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Krankenhaushygiene wird verbessert
40.000 Tote sind zu viel!
Man mag es kaum glauben: In Deutschland sterben fast zehnmal so viele Menschen durch mangelnde Krankenhaushygiene als im Straßenverkehr. Das wollte ich gemeinsam mit meinem Kollegen Lars Lindemann aus Berlin ändern. Denn es kann nicht angehen, dass in Deutschland im Jahr 2011 zigtausende Menschen sterben, nur weil es an notwendigen Hygienestandards für Krankenhäuser und Pflegeheime im ganzen Land mangelt. Wir konnten den Menschen nicht länger zumuten, dass sie unter Umständen kränker aus dem Krankenhaus kommen, als sie hinein gegangen sind.
Das größte Problem sind die multiresistenten Keime, denn sie sind nahezu unbehandelbar. Wer infiziert ist, leidet massiv – und das oft über Jahre – oder stirbt. Zwar haben viele Menschen diese Keime auf der Haut, doch zur Gefahr werden sie erst bei den Kranken und Schwachen.
Am gestrigen Mittwoch, den 16. April, hat das Kabinett nun den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze beschlossen. Das freut mich sehr. Mit dem Gesetz werden nun endlich die Voraussetzungen geschaffen, um die Hygienequalität in Krankenhäusern – aber auch bei anderen medizinischen Behandlungen – deutlich zu verbessern. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Infektionsrate deutlich reduzieren.
Der Gesetzesentwurf sieht folgende Punkte vor:
• Die Bundesländer werden verpflichtet, Verordnungen zur Infektionshygiene zu erlassen. Künftig können sich deshalb die Patienten künftig auf bundesweit einheitliche Kriterien verlassen,
• Krankenhäuser müssen Qualitätsberichte veröffentlichen, in denen die jeweiligen Hygieneergebnisse aufgeführt werden und
• es wird eine "Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie" am Robert Koch-Institut eingerichtet. Das ist wichtig, da viele Keime erst durch massiven und unkontrollierten Antibiotikagebrauch resistent werden. Die Kommission soll nun Ärzten Empfehlungen mit allgemeinen Grundsätzen für Diagnostik und Antibiotika-Therapie unter Berücksichtigung der Infektionen mit resistenten Krankheitserregern an die Hand geben.
Das Gesetz soll Mitte Juli diesen Jahres noch in Kraft treten.
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